SoFa 2010 – Sozial und fair

Gelungene Abschlusskundgebung auf dem Potsdamer Platz in Berlin

Berlin_SoFa
© Röhl/MedienDienst Schwintowski

Nach kräftigen Regenschauern am Morgen und dann aufklarendem Himmel über Berlin und dem „SoFa“-Zelt am Potsdamer Platz eröffnete Thomas Behrendt die Abschlussveranstaltung der diesjährigen bundesweiten BdB-Kampagne SoFa 2010.

Alle Gäste, BetreuerInnen und Interessierte waren nunmehr herzlich aufgefordert, der Debatte: Was ist rechtliche Betreuung? Welche Rahmenbedingungen braucht Betreuung? und Was leisten Betreuerinnen und Betreuer? zu folgen und sich zu beteiligen.

Namhafte Vertreter/innen und Mitarbeiter/innen aus den Abgeordnetenhäusern der SPD, der FDP, Der Linken und Der Grünen begrüßten das Engagement der MitgliederInnen des BdB, die in dieser Form auf die Vielfältigkeit und Komplexität innerhalb der Betreuungsarbeit hinwiesen. Die seit 2005 bestehende Pauschalvergütung wird dem jeweiligen Betreuungsaufwand nicht gerecht und dennoch ist der BdB mit seinen MitgliederInnen ein Garant für die Umsetzung von qualitativer Betreuungsarbeit. An dieser Stelle wurde betont, dass Betreuung, insbesondere die Festschreibung von Qualitätskriterien, Aufwandsentschädigungen und Finanzierungen (Anpassung der Stundensätze) zum politischen Thema werden muß. Frau Radziwill (MdA SPD) hat spontan inhaltliche Folgeveranstaltungen in Form einer Fachtagung empfohlen und bietet konkrete Hilfestellungen für eine Bundesratsinitiative an. Gemeinsam mit Frau Dott (MdA Die Linke) ist ein Termin für die erste Zusammenkunft mit Betreuer/innen vereinbart.

Die Vertreter/innen der caritativen Verbände, Betreuungsrichter, RAe, Einrichtungsleiter und Mitarbeiter von Wohnstätten und Wohngemeinschaften diskutierten lebhaft ihre Eindrücke und Erfahrungen in Zusammenarbeit mit den rechtlichen Betreuer/innen, Behörden und Gerichten. Die UN-Konvention stellt die zukünftigen Anforderungen an den Umgang mit den Menschen mit Behinderung dar. Der künftige Anspruch an Betreuung war ebenso Thema wie die Weiterentwicklung der Qualität der Betreuung im Zusammenhang mit der Versorgung der behinderten Menschen auf dem Land, auch unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung sowie die Anerkennung der Betreuungstätigkeit als Beruf.

Abschließend gilt festzustellen, dass wir Betreuer/innen uns angehört, wahrgenommen und mit unserem Anliegen verstanden gefühlt haben. Eine gelungene Kompagne, die die vielen Mühen wert war. Jetzt gilt es, die nächsten Termine im Abgeordnetenhaus mit Frau Radzivill und Fr. Dott wahrzunehmen.

Und um mit den Worten von Monika Christen (Betreuerin Berlin), welche die Stromversorgung nach der Veranstaltung abgelesen hat, zu enden: „ … und das alles für weniger als 10 KWh…“.

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Das Rote Sofa vor dem Saarbrücker Schloss

SoFa Saarland

Saarbrücken, 08.09.10

Das Wetter war wechselhaft, aber während der Veranstaltung glücklicherweise sonnig und trocken. Der große Regen setzte erst später ein. Die Veranstaltung fand vor dem Saarbrücker Schloss in schöner Atmosphäre statt.

Herr Becker moderierte mit viel Einfühlungsvermögen und Fachkompetenz die gesamte Veranstaltung und fragte immer wieder gezielt im Sinne der Betreuer/innen nach.

 

Zu den Themen was ist Betreuung, was leisten Betreuer/Innen und wie sind die Rahmenbedingungen sowie die Kooperation zwischen Einrichtungen und Betreuern nahmen viele hochkarätige Teilnehmer/innen auf dem Sofa Platz.

 

Der Leitende Ministerialrat, Herr Christian Seel, vom Justizministerium, den Leiter der obersten Betreuungsbehörde des Sozialministeriums, Herr Michael Schley, und den weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannten Richter Dr. Bieg vom Betreuungsgericht Saarbrücken. Daneben auch Sozialarbeiter, Vertreter der Betreuungsbehörden und der Heimleiter einer großen Einrichtung für psychisch kranke Menschen. Die Betreuer/innen des BdB waren sowohl in der Interviewphase, als auch hinter den Kulissen mit den verschiedenen Gästen im Gespräch.

 

Es war eine lebhafte und interessante Disskussion. Ein Teilnehmer hat anschließend berichtet, dass er heute viel gelernt habe und die Veranstaltung eine gute Sache gewesen sei. Bei den Vertretern der Politik konnten die Berufsbetreuer/innen Verständnis für ihre Anliegen gewinnen.

 

Währende der Diskussion erläutert auf Nachfrage Herr Seel, dass es bei den politischen Gremien allerdings keine Bereitschaft gäbe, an den Rahmenbedingungen etwas zu verändern. Er verwies auf den immer größer werdenden Sparzwang der öffentlichen Hand. Er sehe hier niemanden in der Politik, der die Stundenzahl oder die Stundensätze erhöhen wolle.

 

Einige unserer Mitglieder waren zur Veranstaltung gekommen. Hier hätten wir uns eine größere Anzahl gewünscht. Die eingeladenen Vertreter der  Amtsgerichte, Sozialverbände, Pflegeeinrichtungen und die Betreuungsbehörden der Landkreise waren außer dem Regionalverband Saarbrücken nur  mäßig vertreten.

 

Auch die Presse war durch eine Vertreterin der Saarbrücker Zeitung anwesend. Sie hat einen Bericht der Zeitung zugesagt und hatte auch im Vorfeld ein Intervierw mit dem Landesvorsitzenden Gert Pfeiffer in der Zeitung veröffentlicht.

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Koblenz: Eiskalt und doch gut besucht

Sofa RLP

Koblenz, 07.09.2010

Regenwetter und kalte Winde hielten geschätzte 100 Interessierte und Berufsbetreuerkollegen nicht davon ab, Moderator Thorsten Becker und seinen Gesprächspartnern zu lauschen. Gäste auf dem SoFa waren: Prof.Dr. Hofmann-Göttig (OB Koblenz), Frau Lipinski-Naumann ( SPD), Herr Denn vom Betreuungsverein der Diakonie, Frau Schultz vom BdB e.V., Herr Müller als Vertreter der Betreuungsbehöde Koblenz, Frau Jung als Bewährungshelferin, der Rechtsanwalt Herr Winkelmann, Frau Rösler vom Sozialen Dienst der Rheinmosel-Fachstätten sowie als Vertreter unserer Klientel Herr Jakowski, der eindrücklich und ausführlich die professionelle Begleitung durch seinen Betreuer vermittelte.

Das SoFa war mit diversen Berufsbetreuern bunt aufgemischt. So fanden lebendige Gespräche statt.

Insgesamt wurde die Zusammenarbeit von professioneller Betreuung von den diversen anderen Beteiligten gelobt. Frau Lipinski-Naumann sagte Unterstützung unserer Anliegen zu – so sie das Direktmandat für den Landtag erlangen könnte.... Eine Dreiergruppe der Bonner "Initiative Gewalt im Alter"  bemängelte  eine Entmündigung der Betreuten und der Angehörigen.

Erfreulich war, dass auch bei überwiegend schlechtem Wetter " zufällige" Besucher durchaus im Zelt Unterschlupf fanden und den Gesprächen lauschten.
Das Regionalfernsehen sowie Zeitungen waren vor Ort. Die Berichterstattung wird folgen.

Mein Spruch zum SoFa-Abend RLP: "Ganz Koblenz ist eine Baustelle (BUGA 2011) und nur das Löhrrondell ist ohne – aber ringsum ist es lautlautlaut und kalt."
Unser Dank gilt der netten Crew aus "SoFa-Trägern", Zeltbauern und Tonmenschen!!

 

Nachtrag:

Am 8. September 2010 hat TV Mittelrhein in der Sendung Region Aktuell einen Bericht zur BdB-Kampagne SoFa 2010 in Koblenz ausgestrahlt. Hier finden Sie die Sendung (der Bericht zum BdB beginnt bei 7:40 min.).

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Besucherandrang auf dem Gießener Kirchhof

Sofa in Hessen

Gießen, 06.09.2010

Bei strahlendem Wetter fanden sich etwa 100 Besucher zu der Veranstaltung des BdB in der Gießener Innenstadt ein. Die "Gießener Allgemeine" hat ein kurzes Feature von der Aktion ins Netz gestellt.


In insgesamt fünf Gesprächsrunden kamen anschließend Vertreter aus Politik und anderen mit dem Betreuungswesen befassten Berufsgruppen zu Wort.

»Die Anforderungen an Berufsbetreuer steigen«, mahnte beispielsweise Gerhard Merz eine Verbesserung der Qualität auf dem Betreuungssektor an. Aufgrund der demografischen Entwicklung werde es künftig mehr zu betreuende Menschen geben, mahnte der familien- und kinderpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und wies darauf hin, dass beispielsweise die Zahl der Demenzkranken und der psychischen Erkrankungen zunehmen werde.

Eine Anerkennung festgelegter Betreuungsstandards im gesetzlichen Rahmen forderte Thorsten Becker. Der Gießener Berufsbetreuer, der auch Mitglied im BdB-Bundesvorstand ist, nannte die Qualität der Betreuung grundsätzlich gut, forderte aber bessere finanzielle Rahmenbedingungen und mehr Zeit zur Betreuung. Die vorgesehene Betreuungszeit liege bei durchschnittlich 3,5 Stunden pro Monat. »Das ist zu wenig«, so Becker.

Ein Betreuungsverhältnis bestehe in der Regel nicht auf Lebenszeit, verdeutlichte das BDB-Vorstandsmitglied. Betreuer seien immer nur »Manager auf Zeit«. Dass man die Zeit der Betreuung auch nutzen kann, um sich wieder zu stabilisieren, schilderte ein Betroffener. Für Jürgen Gottstein geht Ende November das Betreuungsverhältnis zu Ende. Vor sechseinhalb Jahren habe er einen »sozialen Zusammenbruch« erlitten, berichtete der Mitarbeiter der Lebenshilfe, der sich darauf freut, bald als »freier Mann mein Leben selbst zu gestalten«. Für Gottstein hatte die Zeit der Betreuung einen »partnerschaftlichen Charakter«. Er habe in den vergangenen sechseinhalb Jahren gelernt, sich aus »totaler Abhängigkeit« zu lösen.


Für mehr Möglichkeiten, Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung stärker ins Leben einzubeziehen, sprach sich Maren Müller-Erichsen aus. Die Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Gießen verwies auf die UN-Behindertenkonvention, die Menschen entsprechende Freiräume in Fragen der Wohnung und der persönlichen Begleitung und Assistenz einräumt. »Berufsbetreuer sind prädestiniert dafür, diese Assistenz zu leisten«, bekräftigte Harald Kalteier. Oft scheitere die Umsetzung allerdings am mangelnden Willen der zuständigen Verwaltung kritisierte der Betreuer aus dem Raum Hadamar. Den Fragen von Moderatorin Anne Heitmann stellten sich außerdem Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, AWO-Geschäftsführer Werner Schäfer-Mohr und Joachim Evenius, Leiter der Heimaufsichtsbehörde beim Amt für Versorgung und Soziales Gießen.

Insgesamt ließ sich ein deutlich positives Feedback zur gesetzlichen Betreuung erkennen, wobei die politisch Verantwortlichen natürlich auch immer wieder auf die finanziellen Engpässe hinwiesen.

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In der Essener Fußgängerzone

Sofa in Essen 3

Essen, 04.09.2010

Nach einem musikalischen Auftakt der Saxophonistin Kristina Mohr fanden bei kaltem Wind, aber zunehmend wärmender Sonne am Samstag acht kompetente Gesprächspartner in Essen auf das Rote Sofa, die sich von Moderator Hans-Jürgen Schimke in eine rege Diskussion führen ließen.

Was macht Qualität in der Betreuung aus? Dazu formulierte Richter Verbeet nochmals den Grundgedanken bei Einführung des Betreuungsrechtes: der persönliche Kontakt zwischen Betreuer und Betreutem. Zwar sei seines Erachtens die Rechtsvertretung Kern der rechtlichen Betreuung, diese juristische Dimension komme aber ohne die persönliche Dimension nicht aus. Behördenleiterin Barbara Eifert betonte, dass beruflich tätige Betreuer über hohe fachliche und rechtliche Kenntnisse, genauso aber über soziale Kompetenzen und eine fallorientierte Methodik verfügen müssen und forderte einen einheitlichen Berufszugang auf Hochschulbasis und möglichst einen eigenen qualifizierten Studiengang. Zumindest - so bestätigten andere Diskutanten - sei die gewünschte Qualität nur durch eine qualifizierte Grundprofession (Sozialarbeiter, Juristen) und eine gezielte Zusatzqualifikation zu gewährleisten. Qualität sei aber bei allen Betreuern zu fordern, so Dr.Held, er mache aber häufig die Beobachtung, dass ehrenamtliche Betreuer oft vor unlösbaren Fragen stehen. Hier wünsche er sich mehr Unterstützung für diese Personengruppe, die gut 2/3 aller Betreuer ausmacht, ggf. auch durch beruflich tätige Betreuer.

Ein zweiter Diskussionsschwerpunkt ergab sich aus der Frage des Moderators, ob die UN-Behindertenkonvention bereits Auswirkungen zeige und ob – da Betreuung oft Lücken im sozialen System fülle - diese nicht besser aus dem Sozialhaushalt zu finanzieren sei. Die erste Frage wurde einhellig verneint, derzeit ist die EU-Konvention im Zusammenhang mit betreuungsrechtlichen Fragen noch nicht in die Köpfe vorgedrungen. Aber- so Sozialdezernet Renzel - müssen auch Kommunen hier ihre Hausaufgaben machen. Einigkeit bestand in der Runde, dass rechtliche Betreuung zunehmend zu einem Unterstützungsmanagement wird, dass den Klienten die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eröffnet oder wieder erschließt. Man müsse aber als Betreuer auch darauf verweisen können, dass soziale Dienste existieren und finanziert werden, die Aufgabe der Betreuer sei dann eher die der Brückenbauer und Vernetzer.
Eine reine Verschiebung der finanziellen Zuständigkeit scheine nicht zielführend.


Das Fazit der sehr engagierten und interessanten Diskussionsrunde war dann auch, dass Kommunikation und Kooperation aller, die mit und für beeinträchtigte Menschen in ihrer jeweiligen Funktion tätig werden, der wesentliche Schritt in Richtung Teilhabe und soziales Miteinander ist. Die Diskutanten aus den verschiedenen Tätigkeitsfeldern und Institutionen haben hierfür ein gutes Beispiel geliefert.
Rechtliche Betreuung, so wurde es in einer Schlussrunde nochmals deutlich, ist aus unserem Rechtssystem und unserem Sozialsystem nicht mehr wegzudenken. Zu hoffen bleibt, dass die Hemmschwelle in der Gesellschaft sinkt, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Einziger Wermutstropfen der sehr gelungenen Veranstaltung war, dass nur wenige Besucher der Diskussion folgten. Der Dialog mit der Bevölkerung muß wohl noch auf einer anderen Gesprächsebene gesucht werden.
Immerhin nahm der WDR Notiz von dem Geschehen in der Fußgängerzone und wird in der Lokalzeit Ruhr davon berichten, so dass das rote Sofa auch in NRW im Fernsehen zu sehen sein wird.

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Am Freitag in Altenburg

SoFa altenburg

Altenburg,03.09.2010

Zu drei Gesprächsrunden mit hochkarätiger Besetzung konnte der Landesverband Thüringen unter der Moderation von Herrn Hans-Jürgen Rutsatz einladen.
Sofa 2010 in Altenburg auf dem Marktplatz stand unter der Schirmherrschaft der Vizelandrätin Altenburger-Land, Christine Gräfe.
 
Auf dem Sofa nahmen in der ersten Runde Frau Heike Taubert, Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit des Freistaates Thüringen, Frau Christine Gräfe, Vizepräsidentin Altenburger-Land, Dr. Bernhard Blüher Amtsarzt Altenburger-Land, Siegmar Mücke, Berufsbetreuer BdB Landesvorstand Thüringen, Platz.

In Runde kamen Frau Dr. Birgit Klaubert, Vizepräsidentin Thüringer Landtag; Martin Kristen, Leiter Betreuungsverein Weimar BdB Landesvorsitzender Thüringen; Reinhardt Strecker, Ltr. Übergangswohnheim für Psychisch Kranke; Maik Danöhl, Betreuter, und Frau Sternitzky von der Betreuungsbehörde zu Wort.

Die dritten Gesprächsrunde wurde geführt von Frank Tempel Mitglied des Bundestages  Fraktion Die Linke-Innenausschuss, Dr. Mochael Swiridoff, ChA und Leiter Klinik für Psychiatrie, Marlies Linke Berufsbetreuerin, Christa Födisch, Bewährungshelferin Thüringer OLG.

Frau Ministerin Taubert stellte zu Beginn fest, dass die Betreuungslandschaft nicht von Berufsbetreuern alleine abgedeckt werden kann. Die ehrenamtlichen Betreuer müssen den Aufgaben entsprechend geschult und vorbereitet werden. Es solle keine Konkurrenz zwischen Beruf und Ehrenamt entstehen. Auch ein entsprechendes Einkommen der Berufbetreuer muss sichergestellt werden. Dies wurde in den anderen Gesprächsrunden ebenfalls so erkannt. Frau Taubert wird sich in Ihrer Funktion für Weiterbildung im Ehrenamt und Berufsbetreuung einsetzen und für diese Zwecke Gelder, wenn auch sicher nur in geringer Höhe, zur Verfügung stellen. Frau Gräfe betonte noch mal, dass es keine Konkurrenz geben soll. Die Berufsbetreuer seien als Fachleute auf Ihrem Gebiet anerkannt.  Qualifizierungen seien sehr wichtig und dies auch auf der sozialen Ebene. Weiterhin wurden die Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmachten angerissen. In den anderen Gesprächsrunden kam es immer wieder zum Ausdruck, dass Berufsbetreuer eine sehr wichtige Arbeit verrichten.

Frau Klaubert vom Thüringer Landtag ist bewusst, dass die Fachpolitiker einen Einblick in die Arbeit von Betreuern haben, aber nicht die Allgemeinheit. Daher begrüßt sie die laufende Aktion, damit das Thema der breiten Masse bekannt wird. Es wurde festgestellt, dass die Betreuer einen großen Anteil an sozialer Arbeit leisten und sich mit sozialpolitischen Themen genauso wie mit rechtlichen Angelegenheiten auskennen müssen.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung in Altenburg, die bei windigem aber trockenem Wetter zum ersten Mal ohne das Zelt (Premiere)stattgefunden hat. Danke an die zwei Jungs, sie machen einen super Job. Danke auch an die Kollegen aus Altenburg für die sehr gute Vorbereitung.

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Das Sofa macht Station in Erfurt

Sofa_Erfurt

Erfurt, 02.09.2010

Eine gelungene Veranstaltung in Erfurt auf dem Anger. Unter der Leitung von Herrn Hans-Jürgen Rutsatz wurde vor ca. 80 Besuchern rege diskutiert. Durch die zentrale Lage vor dem Kaufhaus „Anger 1“ wurde auch bei so manchem Passanten die Neugier geweckt und man verweilte, um das Geschehen zu beobachten.
Auf dem Sofa nahmen in der ersten Gesprächsrunde Frau Tamara Thiersch, Bürgermeisterin u. Beigeordnete für Soziales, Bildung und Kultur der Stadt Erfurt, Herr Uwe Kinscher als Geschäftsführer der Lebenshilfe Erfurt, Frau Erika Daubitz, Richterin am AG Gotha, und Herr Josef Schermer, ehem. Betreuter, Platz. In der zweiten Gesprächsrunde waren Herr Carsten Meyer, Mitglied im Justiz- und Haushaltsausschuss des Thüringer Landtages, Herr Martin Kristen, BdB-Landesgruppenvorsitzender Thüringen, sowie Herr Dennis Dittrich, Betreuter, auf dem Sofa zu Gast.
Zu dem Thema, dass überzählige Beamte Betreuungen übernehmen sollen, wie es der Thüringer Rechnungshof vorgeschlagen hat, herrschte allgemein Einigkeit, dass dies überhaupt nicht realisierbar sei. Frau Richterin Daubitz stellte fest, dass hier auch das Thüringer Justizministerium dieser Meinung, aber heute leider kein Vertreter anwesend sei.
Herr Carsten Meyer berichtete uns, dass das Thema Betreuung im Justizausschuss eher keine Rolle spielt und er habe im letzen Jahr max. 0,5% mit Betreuung zutun gehabt. Die Politik müsse mehr über die wichtige Arbeit der Betreuer und die Betreuung im allgemeinen aufgeklärt werden. Schließlich werde durch die Arbeit der Betreuer Kosten vor allem im Gesundheitswesen eingespart. Dies geschieht zum Beispiel durch vorbeugende und rechtzeitige Maßnahmen zur Vermeidung von Klinikaufenthalten.
Sehr positiv wurden die Beiträge des Betreuten Herrn Dennis Dietrich und des ehemaligen Betreuten Herrn Schermer aufgenommen. Herr Schermer berichtete über seine Zeit der Betreuung, ohne die er heute kein selbstständiges Leben führen könnte. Auf die Frage, ob er selbst eine ehrenamtliche Betreuung übernehmen würde, antwortete er spontan, „Ja, ich würde in der Familie dieses wenn nötig tun. Sollte ich merken, dass ich an meine Grenzen komme, würde ich den Antrag auf Übernahme durch einen Berufsbetreuer stellen." Herr Dittrich berichtete über seine Zusammenarbeit mit seinem Betreuer und stellte fest, dass seit der Pauschalierung der Vergütung zu wenig Zeit für die Betreuungsgespräche und Kontakte sei. Dieser Meinung sind auch die anwesenden Gäste.
Dass in der Zukunft das Thema „Betreuung“ immer mehr zunehme, darüber sind sich alle einig und Herr Carsten Mayer betonte: „ Es ist gut, dass der BdB dabei ist“.
Die Veranstaltung wurde vom Chor der WfbM Bodelschwinghof  begleitet und umrahmt.
Vor Ort war die örtliche Presse und der MDR, der leider nur 1min 30 Sendezeit am Abend zur Verfügung hatte. Aber immerhin: Das SoFa war im Fernsehen.

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Die BdB-Kampagne in Görlitz

Sofa in Sachsen

Görlitz, 01. September 2010

Die Landesgruppe Sachsen veranstaltete die diesjährige BdB-Öffentlichkeits-Aktion in der östlichen Stadt Deutschland – Görlitz (15 Grad östliche Länge).
Die Aktion wurde durch die Mitglieder des Vorstandes gut vorbereitet, zudem waren diese anwesend.
Folgende Gäste konnten für die Diskussion gewonnen werden:
- Frau Vera Wollentin (Betreuungsricherin)
- Frau Kristin Schütz (Mitglied der FDP Fraktion im Landtag)
- Herr Matthias Kühn (Sächsisches Staatsministerium der Justiz)
- Herr Wolfgang Schulze (LRA Görlitz, Leiter Betreuungsbehörde)
- Herr Albrecht Ludwig (Geschäftsführer Diakonisches Werk Oberlausitz).
Durch die Auswahl dieser Personen ist es gelungen, Vertreter sehr unterschiedlicher Bereiche, welche die rechtliche Betreuung mittel- oder unmittelbar betreffen, zu gewinnen.
Die Diskussion wurde in zwei Runden vorgenommen. In der ersten Runde wurde der Fokus auf die politische Ebene gerichtet. In der zweiten Diskussion haben sich die Vertreter über die praktischen Belange der Betreuung ausgetauscht.
Das Interesse der Menschen auf und um den Marktplatz konnte durch extra für diesen Tag gebuchte Live-Musik geweckt werden. Die Mitglieder des Vorstandes konnten mit den Menschen in das Gespräch kommen und über das Betreuungsrecht und den Berufsverband informieren.
Deutlich ist dabei geworden, dass die Menschen mit Betreuung nur wenig in Verbindung bringen und die Tragweite für das eigene Leben oftmals nicht hinreichend bedenken.
Die Art und Weise der Präsentation wurde von den Mitgliedern des Vorstandes als sehr gut empfunden.

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BdB-Aktion in Magdeburg

SoFa in Magdeburg

Magdeburg, 31.08.2010

Vor 80 Besuchern nahmen auf dem roten Sofa zahlreiche Vertreter/innen aus Politik und Betreuungswesen Platz: darunter der Bundestagsabgeordnete M. Behrens, CDU; Ralf Geisthardt, Mitglied des Petitionsausschusses des Landtages; Dr. Eike Papesch,Vormundschaftsrichter und derzeit abgeordnet ins Justizministerium des Landes Sachsen-Anhalt; Dr. Detlef Eckert, MdL, Behindertenpolitischer Sprecher, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Fraktion Die LINKE; Christian Kästner, Berufsbetreuer; Leiterin des Wohn- und Therapiezentrums für hörsehbehinderte und taubblinde Menschen "Haus am Lunapark" Leinefelde Frau Hübenthal und die Ergotherapeutin der Einrichtung Frau Hebestreit.

Dr. Papesch konnte aus dem Justizministerium berichten, dass hier Betreuung in erster Linie als stets steigender Kostenfaktor im Gespräch ist. Dass Betreuer nicht mehr wegzudenken seien, weil sie eine wertvolle Arbeit leisteten, stehe außer Frage. Leider mündete dies noch immer nicht in die Anerkennung als eigener Berufsstand. Derzeit sei die rechtliche Betreuung "Mädchen für alles", was aus dem Justizsäckel alimentiert werde. Dass zweifellos sehr viele Aufgaben ins Sozialressort fielen, führe zu Überlegungen, Rahmenbedingungen für die Betreuung sowohl im Justiz- als auch im Sozialsektor zu schaffen.

Gutes Timing: Am Aktionstag strahlte der MDR eine Dokumentation über die Betreuungsarbeit aus. Ein TV-Team hatte Christian Kästner einen Tag lang begleitet.

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SoFa in Hannover

SoFa in Hannover
EXPERTEN AUF DEM ROTEN SOFA (von links): Jürgen Kirchberg, Wolfram Beins, Katharina Busche, Annette Loer, Hans-Jürgen Schimke und Rainer Sobota.

Hannover, 30.08.2010

Eine großartige Resonanz hatte die BdB-Aktion der Kollegen in Hannover. Beide große Tageszeitungen berichteten mit Foto.

Katharina Busche, Amtsrichterin und Mitarbeiterin des niedersächsischen Justizministeriums, Annette Loer, Richterin am Amtsgericht, Wolfram Beins vom Landesfachbeirat Psychiatrie, Jürgen Kirchberg von Sozialministerium, Rainer Sobota von Bundesvorstand des BdB und Moderator Hans-Jürgen Schimke führten ihre interessante Diskussion am Marktplatz.

Carola Friedrichs-Heise vom Landesvorstand der Landesgruppe Niedersachsen regte die Bildung einer LAG-Niedersachsen an. Katharina Busche vom Justizministerium nahm den Vorschlag mit Interesse und Bereitschaft auf. Kritisch verhalten war dagegen die Reaktion des Vertreters des Sozialministeriums Jürgen Kirchberg. So richtig zuständig fühlt sich anscheinend niemand.

Weiter wurde die Frage diskutiert, welche Möglichkeiten bestehen, Betreuungen zu vermeiden. Hier müsste ein Rechtsanspruch auf Beratung und Unterstützung im Sozialgesetzbuch veranktert werden. Gerade in Hinblick auf die UN-Konvention und den daraus resultierenden  Anspruch auf Inklusion besteht aus Sicht der Betreuer baldiger Handlungsbedarf.

Moderator Schimke fasste am Ende das Anliegen aller Beteiligten zusammen: „Fachleute, Organisationen und Institutionen müssen enger zusammenarbeiten. Damit die Menschen die Unterstützung bekommen, die ihnen zusteht.“

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Zweite Station: Rostock

SoFa in Rostock

Rostock, 27.08.2010

Vor 150 Besuchern fand die zweite Veranstaltung im Rahmen der BdB-Aktion SoFa 2010 statt. Anne Heitmann, ah PR & Unternehmensberatung moderierte die Diskussion, deren Schwerpunkte bei den Qualitätsanforderungen und notwendigen Verbesserungen in der Betreuungsarbeit lagen. Die Betreuungsrichterin Frau Schnitzer aus Greifswald betonte, dass sie neben der fachlichen Kompetenz vor allem auf die soziale Kompetenz beim Einsatz von Betreuer/innen achte. Auch das BdB-Qualitätsregister käme dabei zum Einsatz. Neben einigen Berufsbetreuer/innen aus Mecklenburg-Vorpommern waren weitere Gäste: Frau Lierke (Betreuungsbehörde),  Rechtsanwalt Jacob, Herr Borchert vom Sozialen Dienst des Klosters Dobbertin sowie der Betreute Herr Schwahn, der einen sehr persönlichen Einblick gewährte und sich bei seiner Betreuerin für die Unterstützung bedankte.

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Kampagnenauftakt in Hamburg

SoFa 2010 Hamburg

Hamburg, 26.08.2010

Etwa 60 Besucher hatte die mit Spannung erwartete Eröffnungsveranstatung der Kampagne SoFa 2010 in Hamburg. Unter der gelungenen Moderation von Joachim Speicher (DPWV Hamburg) und eingerahmt von der mitreißenden Musik von Living Music Box nahmen 11 Gesprächspartner/innen auf dem roten Sofa Platz: die Senatsbeauftragte für die Gleichstellung behinderter Menschen, Antje Blumenthal (CDU), der Bürgerschaftsabgeordnete Dirk Kienscherf (SPD), die BdB-Geschäftsführerin Anette Reinders, die beiden Betreuungsrichter John Gelübcke und Ulrich Engelfried, die Berufsbetreuer/innen Daniela Kegler und Thomas Buck, der ehrenamtliche Betreuer Rainer Peymann, die Betreute Frau Noe, Jurand Daszkowski, Geschäftsführer des Verbandes der Psychiatrieerfahrenen Hamburg  und der Pflegedienstleiter des Altenpflegezentrums Stadtdomizil, Holger Carstensen.

In insgesamt vier Gesprächsrunden wurden Themen rund um die UN-Behindertenrechtskonvention, Betreuungsrecht, Rahmenbedingungen der Betreuung etc. behandelt. Ausgegangen wurde dabei jeweils von der Sichtweise der betroffenen Menschen. Am Beispiel von Frau Noe wurde deutlich, dass Betreuung irgendwann jeden treffen kann und dann, wenn sie in gegenseitigem Respekt erfolgt, sehr hilfreich ist.

Anette Reinders fasste hierzu die Vorstellungen des BdB über eine qualitativ gute Betreuung zusammen, die eine Zusammenarbeit aller Beteiligten voraussetzt und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen erfordert.                                             

Die beiden Betreuungsrichter scheuten sich nicht, die Arbeit der Betreuungsgerichte und der Behörden kritisch zu reflektieren. Deutlich wurde auch die zunehmende Belastung der Betreuer/innen. John Gelübcke: "Betreuer müssen heute Arbeiten erledigen, die eigentlich vom Sozialsystem zu leisten sind."

Erfreulich war auch, dass in der Politik die Bedeutung der Betreuung zunehmend erkannt wird. Beide Politiker/innen blieben länger und haben zugesagt, auch künftig als Ansprechpartner/innen zur Verfügung zu stehen. Kontakte, die sich lohnen, vertieft zu werden. Erfreulich auch, dass der Verband der Psychiatrieerfahrenen, sonst eher für eine kritische Haltung Betreuer/innen gegenüber bekannt, positive Aspekte der Betreuung sah. Jurand Daskowski konnte sich sogar Betreuer gut als Budgetassistenten vorstellen, verlangte aber auch eine stärkere Kontrolle, z.B. durch unabhängige Beschwerdestellen, an denen auch Psychiatrieerfahrene beteiligt sind.

Erste Schritte zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Heimen und Betreuer/innen könnten in mehr gegenseitiger Offenheit und Transparenz bestehen, durch die rasch Vertrauen wachsen könnte, wie übereinstimmend  Daniela Kegler und Hogler Carstensen in der Schlussrunde feststellten.

Besonders  beeindruckt waren die Teilnehmer/innen der Veranstaltung vom persönlichen Bericht des ehrenamtlichen Betreuers Rainer Peymann, durch den sehr deutlich wurde, wie wichtig es ist, hier professionelle Unterstützung zu geben.

Am Ende konnte Landessprecherin Iris Peymann die Veranstaltung als gelungenen Auftakt werten, Betreuung ins Gespräch zu bringen.

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